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Re: Ausweichmöglichkeit für das Stammpersonal im Studio Centric

Do, 11.Jun 2026, 18:10
Aktuell baggern Münchner Studios per WerbeAnzeige an den heimatlos gewordenen Ladies. Und in Esslingen geht der Frust hoch und die PreisLeistung wird bei den inkl Extras kundenfreundlicher. So ein großes Studio kann nicht 1:1 ruckzuck ersetzt werden. - Habe ich das richtig verstanden in der Großstadt war die Konzession absolut beliebig und konnte jederzeit weggenommen werden, oder gab es „Verstöße“? Im EG war das Studio nicht, gestört hat des den Nachbaren auch nicht. Gibt es denn die Sauna dort noch, oder war die auch nicht gewollt?

Re: Ausweichmöglichkeit für das Stammpersonal im Studio Centric

Do, 11.Jun 2026, 21:08
Bacherer hat geschrieben:
Do, 11.Jun 2026, 18:10
Habe ich das richtig verstanden in der Großstadt war die Konzession absolut beliebig und konnte jederzeit weggenommen werden, oder gab es „Verstöße“? Im EG war das Studio nicht, gestört hat des den Nachbaren auch nicht. Gibt es denn die Sauna dort noch, oder war die auch nicht gewollt?

Meines Wissens war das Problem grob folgendes:

  • Als das Centric gegründet wurde, war es dort laut Bebauungsplan noch möglich.
  • Damals gab es aber die Nutzung 'Prostitutionsbetrieb' baurechtlich noch nicht. Also wurde beim Centric ein anderer Nutzungszweck eingetragen.
  • Später wurde für die Gegend ein Bebauungsplan aufgestellt, der Erotikbetriebe ausschließt.
  • Damit galt baurechtlich fürs Centric Bestandschutz, denn ein Bebauungsplan wirkt in die Zukunft, aber nicht in die Vergangenheit. Baut man um oder beantragt eine Nutzungsänderung, greift allerdings der neue Bebauungsplan.
  • Nun der Knackpunkt: In den Baden-Württembergischen Durchführungsregeln zum ProstSchG ist Besonderheit. Eine explizite Voraussetzung für eine Betriebserlaubnis ist eine Bau-/Nutzungsgenehmigung als Erotikbetrieb.
  • In diesem Fall ersetzt der Bestandschutz wohl nicht die explizit Baurechtliche Genehmigung, die in den BW-Regeln zum ProstSchG gefordert wird.
  • Einzige Möglichkeit: Nutzungsänderung beantragen. Aber im neuen Bebauungsplan ist diese Nutzung nun ausgeschlossen.

Im Prinzip beißt sich die Sache also in den Schwxxz und während Renate in Esslingen eine Baugenehmigung erstreiten konnte, hat das bei Lorett nicht geklappt.

Dazu kommt noch, dass in Stuttgart 2027 die internationale Bauaustellung stattfinden wird. Bis dahin sollte die 'Schmuddelbereich' Leonhardsviertel und Umgebung in einen Stadtteil mit Ausgehmöglichkeiten, Kunsthandwerk, Kleinkunst etc. umgewandelt werden (Quelle: IBA-Homepage). Das heißt zwischen den Zeilen auch alle Erotikbetriebe raus.
Dieses Ziel wurde schon von Anfang an als zu ambitioniert angesehen, aber eine Gentrifizierung wird de Facto trotzdem angestrebt, auch wenn es explizit heißt, dass das Viertel seinen Character behalten und nicht gentrifiziert werden soll.
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